Abwechslung ins Treppenhaus

Artikel von RENATA EGLI-GERBER im St. Galler Tagblatt vom 02.08.2007 

Esther Meyre Müller und Peter Hauser verwandeln ihr Treppenhaus in eine Galerie. «SEE's kleine Galerie» nennt Esther Meyre Müller in Scherzingen ihr Treppenhaus, wo kreative Menschen künftig Werke ausstellen dürfen. Yvonne Wertli aus Winterthur macht den Anfang. 

Die Wohnung mit Seesicht in der umgebauten Scheune in Scherzingen ist Esther Meyre Müller und ihrem Lebenspartner Peter Hauser ein geliebtes Zuhause geworden. Über einen Gedankenaustausch in einer Themengruppe des Seniorweb lernten sie sich kennen. Reger Betrieb herrscht nun im Treppenhaus, das dank eines ausgeklügelten Systems gut beleuchtet ist. 

An den hell gestrichenen Wänden mit den braunen Balken hat Yvonne Wertli aus Winterthur mit Hilfe ihres Mannes Thomas schon fast alle der rund 50 Aquarelle befestigt, die sie ab 18. August der Öffentlichkeit vorführt. Keramikarbeiten von Bea Huser aus Stachen und Peter Hauser ergänzen die Ausstellung. 

«Schwangere Meerschweinchen »

Unser Wunsch ist es, künstlerisch begabten Menschen eine Möglichkeit zu bieten, ihre Werke einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, denn es gibt erstaunlich viele verborgene Talente», erklärt Esther Meyre Müller. Sie und ihr Lebenspartner wissen, dass geeignete Ausstellungsorte dünn gesät sind und viel kosten. SEE's kleine Galerie, benannt nach Esther Meyre Müllers Decknamen im Seniorweb, soll darum Kreativen unentgeltlich zur Verfügung stehen. Die Abwechslung, die so ins Leben und ins Treppenhaus kommt, ist ihnen Gegenleistung genug. 

Yvonne Wertli eröffnet mit ihren Aquarellen den Reigen der künftigen Ausstellerinnen und Aussteller. Auffallend ist, dass sich niemand in der Gruppe als Künstler bezeichnet. Viel lieber sprechen sie bescheiden von Talenten, schöpferischen Ideen und Originalität. Den Lebensläufen des Ausstellers und der beiden Ausstellerinnen ist eines gemeinsam: Schon früh offenbarte sich der gestalterische Wille. Voller Ideen von Kindsbeinen an ist Peter Hauser. Mit der Verwirklichung musste er zum Glück nicht so lange warten wie seine Mutter, die erst mit 80 mit Malen und Töpfern beginnen konnte. Sein Element ist der Ton. Im Formen von perfekten Kugeln hat er sich lange geübt und heisst darum «Chogelepeter». Auch Elefanten haben es ihm angetan. Vor Jahren bezeichnete die Töpferlehrerin seine Erzeugnisse als «schwangere Meerschweinchen». Heute trägt Hauser den Ehrentitel «Elefantenpeter». 

Tapeten bemalt

Bea Huser setzte ihr kreatives Talent mit verschiedensten Materialien um, seit sie denken kann. Als die Kinder ausgeflogen waren, belegte sie einen Töpferkurs und bildete sich autodidaktisch weiter. 

Das Zeichentalent der Hauptausstellerin Yvonne Wertli äusserte sich ebenfalls schon als Kleinkind, was nicht immer den Beifall der Erwachsenen fand. Aus Papiermangel zeichnete sie auf die Tapeten. Mit unreifen Früchten malte sie auf Hauswände. Bereits den Lehrkräften in der Primarschule fiel ihre zeichnerische Begabung auf, die indessen nie professionell gefördert wurde. Dennoch entwickelte sie einen eigenen Stil, der Beachtung findet. Mit Vorliebe malte sie Tiere. Seit 2004 erlernt sie in einer Gruppe unter Anleitung das Aquarellmalen und malt heute Landschaften, Blumen, Stillleben und eigene Kreationen.

Vernissage
in SEE's kleiner Galerie, Eggässli 5, Scherzingen
Am 18. August, von 13.00-17.00
Weitere Öffnungszeiten:    
  19., 25. und 26. August
  1., 2., 8., 9. und 15. September,
 

jeweils von 14.00 bis 17.00

  oder auf Anfrage, Tel. 052 232 74 45.